Motorrad Tour Tunesien - offroad Rundreise zu den Starwars Kulissen


 
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Wieder einmal zog es mich in den Süden. Diesmal sollte es eine Motorradtour werden mit Wüste, Sand und Meer. Offroad wollte ich mit dem Motorrad Tunesien entdecken.
 

Dieser Tourbericht wurde in der Motorradzeitschrift Wheelies Ausgabe Oktober 2007 ab Seite 20 veröffentlicht. Klicken sie hier um die Route in Googles Erde zu betrachten oder hier um die Karte in einem neuen Tab zu öffnen.
Beim deutschsprachigen Rundreise Büro Walkabout Travel buchte ich telefonisch die notwendigen Fährtickets für mich und mein Motorrad und fuhr in die Schweiz zu Freunden.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Als ich am nächsten Tag unter der Schranke durch und über den Grimselpass reisen wollte, war dieser gesperrt. Oben kämpften sich Pistenraupen und Schneefräsen durch den meterdicken Schnee des letzten Winters.
Es blieb mir somit nichts anderes übrig als gemütlich über Interlaken nach Genua zu fahren.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Nach meiner Ankunft dort, besichtigte ich die an steilen Hängen gelegene Stadt und war erstaunt über die abenteuerliche Fahrweise der vielen Rollerfahrer, die jedoch von den Carabinieries nicht weiter beachtet wurde.
Ich füllte meine Wassertanks, suchte im Land der Pasta vergeblich nach einer Notfallration Dosenravioli fürs Gepäck, ging Essen und fuhr anschließend zu Hafen.
während ich auf die zwei Stunden verspätete Abfertigung der Fähre Cartage wartete, lernte ich eine Gruppe Österreicher kennen die mit drei KTMs, einem Geländewagen, einem 680 Steyrer LKW mit Campingaufsatz und einer Helmkamera (vielen Dank für die Videos) ebenfalls auf dem Weg nach Tunesien waren.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Nach 24 Stunden erreichten wir drei Stunden verspätet den Hafen von Tunis. Die Fahrt durch den Zoll verlief für afrikanische Verhältnisse relativ schnell. Wir hatten die notwendigen Formalitäten für die Einreise mit dem eigenen Fahrzeug bereits mit langen Wartezeiten an drei verschiedenen Schaltern an Bord erledigt.
Da die Österreichische Gruppe die GPS Koordinaten des 70 Kilometer entfernten Campingplatzes Jasmin in Nabeul kannte, es bereits dunkel war und regnete, schloß ich mich ihnen an.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Zum Glück regnete es nicht mehr als wir am nächsten Tag zunächst eine Bank aufsuchen mußten, um Geld zu tauschen, bevor wir gemeinsam in Richtung der großen Stadt Kairouan aufbrachen.
Um die Fahrt etwas anspruchsvoller zu gestalten, wurde eine Flussdurchfahrt anvisiert.
während der Nissan Patrol und die Motorräder damit keine Probleme hatten, blieb der LKW trotz Allradantriebes im weichen Untergrund stecken. Dieses bot die willkommene Gelegenheit, die angebaute Seilwinde unter reellen Bedingungen zu testen, bis auch der LKW wieder festen Boden unter den Rädern hatte.
Am Abend fanden wir einen schönen abgelegenen Platz, wo wir unser Nachtlager aufschlugen. Nachdem alle Zelte standen, es langsam dunkel wurde und wir am Kochen waren, erschien der Hauptwachtmeister des nahe gelegenen Dorfes und gab uns zwei Stunden Zeit zu verschwinden. Es sei in dieser Gegend für Touristen viel zu gefährlich...
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Am nächsten Tag ließen wir uns zunächst von einem Führer die Stadt Kairouan zeigen. Anschließend fuhren wir Piste in Richtung Tozeur.
Da wir etwas zu zügig unterwegs waren, ließ sich ein gemeinsamer Sturz der vorausfahrenden 990er Adventure die dabei ihren Spiegel verlor und der 450er EXC bei einer Schlammdurchfahrt nicht vermeiden.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Je weiter wir kamen des do steiniger und steiler wurde das Gelände. Um mit der Gruppe mithalten zu können, ohne daß meine Federn bei großen Steinen ständig aufschlagen, lud der LKW mein Zelt auf.
Am späten Nachmittag erreichten wir Tozeur, wo wir uns kleine Hütten auf einem der beiden Campingplätze mieteten. Der Campingplatz Belvedere ist, wenn man mal von den fehlenden Toilettenbrillen und dem in Tunesien generell fehlenden Toilettenpapier absieht, sehr gepflegt und bietet sogar warmes Wasser in den Duschen.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Am nächsten Tag ließen wir unsere Sachen auf dem Campingplatz und fuhren eine relativ schwere Piste in Richtung der Kulissen des bekannten Scince Fiction Films "StarWars" (GPS Koordinaten: N33 06.004 E10 18.816 7°50'34.11"E).
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Gelegentlich legten wir Pausen an interessanten Stellen ein, an denen jeder sein Fahrkönnen und seinen Mut unter Beweis stellen konnte, bevor es weiter ging.
während ich versuchte, auf der teilweise sandigen Piste mit der Gruppe mit zu halten, übersah ich bei ca. 100 km/h im gleissenden Licht der Mittagssonne einen ausgetrockneten Wassergraben, in dem das Vorderrad stecken blieb.
Das Heck der Maschine hob sich und ich flog über den Lenker durch das Windschild davon, glücklicherweise ohne mich (in Jeans) zu verletzen, während sich das Motorrad hinter mir mehrfach überschlug. Mit nur einem Sturz schafte ich es also, die Verkleidung der Maschine an allen Seiten zu beschädigen.

Da die Maschine trotz verbogenem Lenker, krummer Gabel und ohne Spiegel etc. zum Glück noch in fahrtauglichem Zustand war, wurden meine abgerissenen Koffer in den Patrol geladen und weiter gings.
Im ständig weicher werdenden Sand der Show Dünen hatte neben mir auch der Fahrer der LC8 trotz grobstolliger Reifen zu kämpfen.
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Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Endlich am Ziel, gelang es den aufdringlichen Händlern nicht uns die Freude der Besichtigung zu trüben. Es ist wirklich erstaunlich, wie einfach mit Holzlatten, Gips und alten Rohren das Leben auf einem anderen Planeten nachgebaut wurde.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien

Zurück zum Campingplatz ging es auf einer weniger schwierigen aber dafür unangenehm harten und ermüdenden Wellblechpiste.
Noch am selben Tag ließ ich das Motorrad provisorisch von einem Schlosser schweissen.
Am darauffolgenden Tag trennte ich mich von den geländefreudigen Österreichern, um nicht die Piste sondern die Asphaltstraße durch das Chott El Djerid Richtung Kibili und weiter nach Douz zu fahren.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Auf der schier endlosen, geraden Straße fühlte ich mich wie am Meer. Es war windig, roch nach Salz und Wasser war zu beiden Seiten der Straße.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Damit die Touristen in der Nähe ihrer Verkaufsstände anhalten, hatten Einheimische neben der Straße sogenannte Sehenswürdigkeiten aufgebaut.
Ein gutes Fotomotiv ist neben dem versunkenen Bus eigentlich nur das Bekannte, auf dem Trockenen liegende Boot.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Je weiter ich mich von der algerischen Grenze entfernte, des do wärmer wurde es, ohne daß der Wind aufhörte.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Vor Douz kam ich bei 40°C im Schatten in einen Sandsturm und war froh, als ich endlich im Campingplatz Club Desert duschen konnte.
Douz ist relativ klein. Es gibt jedoch zahlreichen Geldwechselmöglichkeiten, Hotels und viele von Touristen als Kamele bezeichnete Dromedare, aber leider auch viele Mücken.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Gegen Abend treffen die Österreicher zufällig am gleichen Campingplatz ein und berichten, wie anstrengend und schwierig die Pistenfahrt um das Chott gewesen ist.
Am nächsten Tag startete meine Honda Transalp nur auf einem ihrer beiden Zylinder, als ich alleine auf der Pipelinepiste in Richtung der Oase Ksar Ghilane aufbrechen wollte. Schnell stellte ich fest daß der andere Zylinder keinen Zündfunke hatte.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Um ein defektes Steuergerät ausschließen zu können, tauschte ich die beiden CDIs gegeneinander aus. Da der Fehler weiter bestand und ich auf Grund der Doppelzündung eine defekte Zündspule ausschließen konnte wackelte ich bei laufendem Motor die verschiedenen Kabel durch, bis sich die Motordrehzahl durch das Anspringen des zweiten Zylinders erhöhte. Die Reparatur des gebrochenen Kabels und das erneute Beladen des Motorrades war schnell geschehen.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Nach einigen Kilometern traf ich drei Franzosen, die mit ihren Yamaha XT 600e Motorrädern die angeblich leichte Piste durch die Wüste zur Oase fahren wollten und schloß mich ihnen an.
Leider teilte sich die anfangs breite Piste ständig und wurde durch Sandverwehungen immer schmaler, bis wir sie schließlich gar nicht mehr finden konnten.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Nachdem wir einige Kilometer vergeblich gesucht hatten, stellten wir fest, daß wir Greenhorns uns mit knappen Spritreserven und meinen schnell schwindenden 8 Litern Trinkwasser aber ohne GPS oder Kompaß in der Sahara verirrt hatten.
Da die Sonne zur Mittagszeit genau über unseren Köpfen stand, markierte ich den Schatten meiner Seitenkoffer im Sand um fest zu stellen, in welche Richtung er sich verschiebt. Auf diese Weise bestimmte ich Osten.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Wir fuhren in diese Richtung, bis wir nach 20 Kilometern in denen wir uns immer wieder eingesandte hatten, endlich auf die asphaltierte Pipelinepiste trafen wo wir uns wieder trennten.
Nun waren es nur noch 40 Kilometer, vorbei an weidenden Schafen und Dromedare vor denen Schilder warnten, bis ich nach insgesamt knapp 2000 Kilometern den südlichsten Punkt meiner Motorradtour, die Oase Ksar Ghilane erreichte.
Weiter südlich ins Sperrgebiet wollte ich auf Grund der Führerpflicht nicht. Eben so wenig zog es mich mangels einem ins arabische übersetzten Passes weiter nach Libyen. Dort besteht für Touristen die abseits der Küstenstrasse fahren seit dem 01.01.2004 ebenfalls eine generelle Führerpflicht. Die Lage an der Grenze verschärfte sich weiter. Laut Wüstenschiff dürfen seit Dezember 2008 keine Alleinreisenden sondern nur Gruppen mit einer Mindestgrösse ab 5 Personen nach Libyen einreisen.
Entgegen meinen Erwartungen stürzten sich in Ksar Ghilane keine aufdringlichen Händler auf mich zu.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Ich fuhr zum Campingplatz El Biben, wo ich erst einmal herrlich kalt duschte.
Bei einbrechender Dunkelheit besichtigte ich das mit Hilfe eines großen Diesel Stromgenerators beleuchtete Ksar Ghilane vom Aussichtsturm eines Luxuscampingplatzes, der das Übernachten in "Berberzelten" mit Dusche und Klimaanlage anbietet.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
In den nächsten Tagen stand Fahrtraining im Sand und Baden im See der warmen Quelle, die angeblich seit einem mißlungenen Bohrversuch der Franzosen 1956 nach Erdöl aus 700 Meter Tiefe sprudelt, auf meinem Programm.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Dabei lernte ich neben vielen englisch sprechenden Touristen aus den verschiedensten Ländern auch zwei Kameraleute aus Deutschland kennen, die die kommende Marathon Rallye Grand Erg, eine Materialschlacht für die einige Fahrer extra einen Servicewagen mit Mechanikern mitfahren lassen, für den hessischen Rundfunk filmen sollten.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Das freundliche Angebot der Journalisten diese in ihrem Toyota Land Cruiser zur römischen Ksar Rouine etwas außerhalb in der Wüste zu begleiten, um von dort die vorbeifahrenden Fahrzeuge zu sehen, lehnte ich nicht ab.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Da die Fahrer der Rallye einen Kilometer von der vorgegebenen Piste abweichen durften war es nicht leicht, gute Bilder zu bekommen. Zu unserer Freude grub sich jedoch eine der Teilnehmer direkt vor unseren Augen im weichen Wüstensand ein und mußte von einem Kollegen heraus gezogen werden.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Vor der Abreise aus Ksar Ghilane ließ ich mein Motorrad aus Fässern mit Benzin betanken. Leider gelangte dadurch auch jede Menge Dreck in meinen Tank. Ich hatte versäumt mein T-Shirt etc. als Filter zu verwenden.
Ksar Ghilane verfügt zwar über Übernachtungsmöglichkeiten für viele hundert Touristen, nicht aber über einen Lebensmittelladen oder eine Tankstelle.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Weiter ging die Tour 80 km nach Matmata. Dort wohnten Leute wie vor hunderten Jahren in Höhlen, die sie in die lehmartige Erde der Berge des Dahar Gebirges gegraben haben.
Daß sich aber auch hier der Fortschritt nicht aufhalten läßt, beweisen überall vorhandene Parabolantennen.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Weiter nördlich in Skhira glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, als plötzlich überall an der Straße tote Schafe hingen, von denen man sich ein Stück grillen lassen kann. Fastfood auf Tunesisch.
Weiter nördlich wurde es immer windiger. Hier waren immer mehr Schilder ausschließlich in arabischer Schrift und nicht zusätzlich auf französisch beschriftet.
In der großen Stadt Hammamet bestaunte ich den wirklich weißen Sand am Strand, verzichtete aber auf Grund des starken, ablandigen Windes und der niedrigen Temperaturen darauf baden zu gehen oder dort mein Zelt auf zu schlagen.
In einer Polizeistation einige Kilometer weiter erhielt ich die Erlaubnis, dort in einer windgeschützten Stelle mangels eines in der Nähe liegenden Campingplatzes eine Nacht campieren zu dürfen. Kaum war jedoch mein Zelt aufgebaut und die Sonne unter gegangen, schickten mich zwei andere Polizisten weg. Es gebe hier zu viel Kriminalität.
Ich packte also alles wieder zusammen und fuhr einige Kilometer weiter. Dort baute ich mein Zelt bei inzwischen vollständiger Dunkelheit irgendwo in einer Obstplantage auf. Auf das Verwenden meines Frontscheinwerfers zur Beleuchtung verzichtete ich, um meinen Schlafplatz nicht zu verraten und dadurch neugierige Leute an zu locken.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Als ich am hellen Morgen nach einer stürmischen Nacht mein Zelt abbaute, brachte mir einer der über meinen Besuch erstaunten Anwohner süßen arabischen Kaffee, bestaunte mein Motorrad und wünschte mir eine gute Rundreise, bevor ich weiter nach Tunis fuhr.
Dort geriet ich in einen Stau. während ich wartete, drängelte sich von rechts ein BMW vor, fuhr gegen meinen Seitenkoffer und schob mich, während ich hupte und schimpfte, gegen das Auto das sich auf der einspurigen Straße links direkt neben mich gestellt hatte.
Das alles schien außer mich niemanden zu stören. Als es weiter ging, schrammte das Auto links von mir an meinen Koffern entlang und zwang mich zu einer Vollbremsung indem es direkt vor mir ohne zu blinken rechts ab bog, während der Fahrer des BMW eingesehen hatte daß er nicht vorbei paßt und sich wenige Zentimeter hinter mir hielt.
In solchen Situationen fragte ich mich, warum ich die vorgeschriebene teure Auslandshaftpflichtversicherung fürs Motorrad abgeschlossen hatte, die zudem nie jemand sehen wollte.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Nachdem ich Tunis endlich wieder verlassen und Bizerte trotz stark böigem Seitenwind noch am selben Tag erreicht hatte, entschied ich mich für das Campieren in der Juegndherberge Rimel, obwohl die dicht bewachsene Küste zum wilden Campieren eigentlich ideal ist.
Auf der Suche nach den bekannten Schiffswracks östlich am Strand von Bizerte stieß ich auf einer schmalen Piste durch den dichten Wald plötzlich auf ein riesiges Wohnmobil aus Frankreich, das sich augenscheinlich beim Versuch zu Wenden bis zu den Achsen im sandigen Untergrund festgefahren hat.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Das ältere Ehepaar hatte auf der Suche nach einem Campingplatz die Asphaltstraße verlassen und hoffte nun, durch einen Anruf bei ihrer Versicherung in Europa, Hilfe zu bekommen.
Da wir jedoch in Afrika wahren und dort die Dinge etwas anders laufen, fuhr ich zurück zur Straße, stoppte einen Geländewagen und lotste ihn zum Wohnmobil. Dem Geländewagen gelang es zwar nicht, das vier Tonnen schwere und angeblich 61000.- Euro teure Gefährt mit Zimmerpflanze, Sat TV und einem Motorroller im Heck wieder flott zu bekommen, aber wie in Tunesien üblich kannte der Fahrer jemand der jemand kannte der auf einer Baustelle Bagger fährt.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
während wir auf den Bagger warteten, zeigten mir die Franzosen ihr "Haus". Anschließend war die Bergung des Wohnmobils gegen Bares schnell geschehen und die Franzosen folgten mir zur Jugendherberge.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Nun unternahm ich einen zweiten Anlauf, die beiden gut sichtbaren Schiffwracks, die sogar bei Google Earth unter den Koordinaten 37°15'7.47"N, 9°56'53.76"E zu sehen sind, aus der Nähe zu besichtigen.
während im nahen Militär Sperrgebiet scharf geschossen wurde, versteckte ich mein Motorrad im Wald und wanderte die letzten hundert Meter über die Dünen durch den weichen, weißen Sand.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Das kleinere der beiden Wracks liegt schräg einige Meter im Wasser. Das Größere und stärker zerfallene liegt jedoch unmittelbar am Strand und kann sogar betreten werden. Im Inneren herrscht unheimliche Ruhe, bis plötzlich krachend eine Welle gegen die Bordwand schlägt und Wasser ins gebrochene Schiff eindringt.
Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach dem Cap Blank, dem nördlichsten Zipfel Afrikas.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Wie ich schon erwartet hatte wurde die Wanderung sehr stürmisch aber schön.
Auf Grund des rauhen Windes ist das Riff kaum bewachsen. Auf dem Berg dahinter befindet sich eine Festung. Militärisches Sperrgebiet.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Wieder zurück in Bizerte ging ich Essen und anschließend im abgeschirmten Jachthafenbecken schwimmen. Dadurch wurde ich zur Attraktion für die Einheimischen, denen das Wasser um diese Jahreszeit noch viel zu kalt ist.
Ich staunte nicht schlecht, als ich am Abend die Motorräder der österreichischen Gruppe ausgerechnet vor der Jugendherberge stehen sah in der ich campierte.
Wie sich heraus stellte, hatten meine Freunde das schwierige Vorhaben, die Piste von Douz nach Ksar Ghilane zu fahren, aufgegeben und waren statt dessen an der algerischen Grenze entlang Richtung Norden gefahren.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
So ergab es sich, daß wir am nächsten Tag gemeinsam nach Tunis zum Hafen Goulette fuhren wo wir alle Teilnehmer der Rallye Grand Erg wieder trafen.
Absurd war die Forderung bei der Ausreise an der Grenze nach einem Dinar für die Austragung des Fahrzeuges aus dem Paß. Da die Ausfuhr von tunesischen Devisen verboten ist, darf in diesem Bereich offiziell niemand mehr tunesische Dinare mitführen.
 
Wüste, Sand und Meer - Offroad mit dem Motorrad durch Tunesien
Wieder zurück in Europa erfuhr ich, daß die Alpenpässe in der Schweiz geöffnet sind. Obwohl es stark regnete, wollte ich noch am selben Tag den 2478 Meter hohen Nufenenpass überqueren. Mit jedem Höhenmeter wurde es kälter, bis es schließlich anfing zu schneien. Zum Glück gelang mir am Abend auch noch die Motorradtour über die 2165 Meter hohe Grimselpassstraße.
Wenige Stunden später wurden beide Pässe wieder gesperrt. In der Nacht fielen auf 2000 Metern Höhe 83cm Neuschnee. Weiter gehts auf der nächsten Seite.
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