Motorrad Abenteuer Reise Transafrika 2 Jahre alleine durch Afrika


 
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Radiointerview zu Gast in der Sendung "Mein Abenteuer" auf RPR1 mit Reiner Meutsch:


Tobias gab in Deutschland alles auf, als ihn Afrika rief. Und so wie erhofft lernte der Abenteurer den Kontinent in all seinen Facetten kennen. Kenia lockte mit Stränden wie im Reisekatalog, 'Mosungo' war so frei eine Salatschüssel als Motorradhelm zu benutzen und durfte mit einem echten Häuptling zu Abend essen. Aber auch die gefährlichen Seiten Afrikas blieben Tobias nicht erspart. Er wurde bedroht, betrogen und fiel in eine 25m tiefe Schlucht.


 
Diavortrag


Diashow: Die Welt da draussen ist auch HD. Einladungen auf Veranstaltungen, Messen oder Treffen etc. sind immer willkommen.
Es war an einem sonnigen Tag im Winter 2011. Ich saß gemütlich am Frühstückstisch und überflog die Überschriften einer Motorradzeitschrift. Langsam rührte ich in meinem Kaffee. Plötzlich weckte ein Artikel meine Reisefieber. Da war jemand aufgebrochen, um während seinem Urlaub eine geführte Motorrad Rundreise von Deutschland über Ägypten nach Südafrika und zurück zu machen. "Das letzte Abenteuer der Menschheit".
 


 

 

 

 

 

 
Zeitungsartikel


 
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Seit damals ein Freund von mir mit seinem Unimog durch Afrika gefahren ist und mir anschliessend tolle Dias gezeigt hatte, habe ich ebenfalls von einer Transafrika Rundreise geträumt. Wenn ich einmal gross bin. Ich war damals ungefähr 16 Jahre alt. Nun, zehn Jahre später beschloss ich, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um meinen Kindheitstraum Wirklichkeit werden zu lassen. Mein Reisebudget lag bei 5000 Euro für zwei Jahre. 700 Euro davon investierte ich in das perfekte Motorrad: eine Honda XL 600V Transalp im Originalzustand ohne teures Wilbers Federbein etc.

Genau so gut hätte man natürlich eine günstige Honda Africa Twin, Yamaha Tenere oder eine Suzuki DRZ400 für eine Weltreise verwenden können. Oder einen Land Rover Geländewagen oder offroad LKW. Die Vorteile eines Motorrades habe ich hier gezeigt. Abraten würde ich jedoch von wenig haltbaren und dafür viel zu teuren BMW Motorrädern siehe: 1, 2, 3 es sei denn, man bekommt sie durch Sponsoren umsonst und hat Begleitfahrzeuge voller Ersatzteile mit dabei.
Anfällige Computertechnik kann in Afrika, Südamerika und Asien niemand reparieren und das Argument, dass man sich benötigte Teile ja einfach per Post nachschicken lassen kann, scheitert in der Praxis meist am korrupten Zoll und daran, dass Pakete monatelang unterwegs sind, falls sie überhaupt ankommen.
Ausserdem reisst alleine der Wertverlust eines Neufahrzeuges ein gewaltiges Loch in die Reisekasse. Ein gebrauchtes Motorrad dagegen kann man nach der Reise oft ohne Wertverlust zum gleichen Preis wieder verkaufen. Auch sieht man damit nicht aus wie Geld auf Beinen und wird dadurch weniger angebettelt und über den Tisch gezogen. Kleider machen Leute.
 
 
Afrikakarte
Mallorca Italien Korfu Tunesien Botswana Sambia Marokko Türkei Syrien Jordanien Ägypten Nord Sudan Ethiopien Kenia Tansania Malawi Mosambik Lesotho Südafrika Mauretanien Mali Burkina Faso Togo Benin Nigeria Kamerun Gabun Kongo Angola Namibia
 

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Motorrad Treffen und Termine
Hier können Sie die GPS Koordinaten dieser Abenteuer Motorradtour als *.xls Dokument und hier als *.gpx für die Weiterverarbeitung mit Garmin MapSource herunter laden (mit Rechtsklick Ziel speichern unter wählen).
 
Diesen Bericht habe ich von unterwegs auf verschiedenen Rechnern mit und ohne deutschen Sonderzeichen geschrieben. Viel Spass beim Lesen :-)
 
Abenteuer Motorradtour um Afrika - Safari Kenia, Tansania und Südafrika
Einige Tage später schickte ich nach der Lektüre anderer Reiseblogs meinen Reisepass mit einem Anschreiben und zwei ausgefüllten Antragsformularen, zwei Passbildern und einem frankierten Rückumschlag zur Syrischen Botschaft nach Berlin, um für 7.- Euro ein Durchreisevisum zu beantragen.
 
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Da die starken Vibrationen am Lenker meine GoPro Videokamera bei Offroadfahrten im Grenzgebiet zwischen Italien und Frankreich zerstört hatten, entschied ich mich dieses Mal dazu meine Kamera so am Helm zu befestigen, dass ich während der Fahrt ruckelfreie Videos aufnehmen und gleichzeitig den Bildschirm der Kamera im Auge behalten kann.
 
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Die Verwendung von Schrauben mit sehr dünnen Köpfen ohne Unterlegscheiben zur Befestigung am Fieberglashelm macht die Halterung abnehmbar und sorgt für ein schnelles Ausbrechen im Falle eines seitlichen Sturzes, während der breite Metallbügel das Eindringen der Schrauben im Fall eines frontalen Aufpralls verhindern.
 
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Zur Sicherung meiner Fotos nahm ich sehr viele Speicherkarten mit. Mit überall am Motorrad versteckten Kopien kann man das Risiko eines Datenverlustes durch den Ausfall oder Diebstahl des Computers oder einer Beschlagnahmung durch die Polizei verringern. Den Samsung NC10 Laptop bzw. Series 5 Ultrabook habe ich statt mit einer mechanischer Festplatte mit einer sau schnellen und vor allem haltbaren SSD ausgerüstet. Die Akkus meiner Geräte liessen sich alle normal per 230 Volt aber auch mit 12 Volt über den Zigarretteenanzünder des Motorrades laden.
 

Auch langlebige digitale Spiegelreflexkameras sind inzwischen erschwinglich geworden. Sie sind immer bereit und lösen viel schneller aus als Pocketkameras, die viel Zeit zum starten brauchen. Es muss auch nicht immer das neueste Modell sein. Ein gebrauchtes Vorgängermodell wie die Kamera Canon EOS 400d macht ebenfalls tolle Bilder, hat aber keinen so hohen Wertverlust wie ein Neugerät.
 
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Kurze Zeit später erhielt ich meinen Pass von der Syrischen Botschaft zurück und schickte ihn gleich mit 22 Euro so wie einem Anschreiben, einem Passbild, einer Kopie meines Fahrzeugscheines und dem obligatorischen Rückumschlag weiter zur Ägyptischen Botschaft in Frankfurt. Die Visa für den Nord Sudan und für Ethiopien wollte ich mir aus Zeitgründen erst in Kairo besorgen, in der Hoffnung dabei mehr Glück als andere Reisende vor mir zu haben. Wir wollten vor der Regenzeit, die im März beginnt und die die schlechten Strassen unpassierbar macht, durch sein.
 
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Beim Meldeamt erwarb ich einen Internationalen Führerschein, bei der Zulassungsstelle eine internationale Zulassung. Vom ADAC erhielt ich eine Auslandskrankenversicherung so wie ein Carnet de Passages en Douane Zolldokument, nachdem ich 3000 Euro Kaution hinterlegt hatte.
 
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Die nächsten Tage verbrachte ich damit, mein 700 Euro Motorrad fernreisetauglich zu machen. Neben dem höher gelegten Kotflügel, härteren Gabelfedern, einem rostfreien Endtopf von Sebring, einer breiteren Seitenständerplatte und einem selbst gebauten Motorschutz, montierte ich Alukoffer,
 
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verstärkten diese von innen mit genietetem Riffelblech und rüsteten sie mit einem 230 Volt Stromanschluss aus, um unterwegs die Akkus meiner Kameras und anderer Geräte laden zu können. Die riesigen, originalen Blinker meiner Honda Transalp mussten schicken, kleinen LED Blinkern mit E Prüfzeichen weichen , um die Kofferdeckel leichter öffnen zu können.
 
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Dem Cockpit wurde ein 12 Volt Stromanschluss fürs Navi spendiert. Die Entscheidung für die Verwendung eines Garmin Nüvi mit Routen-Navigation in Verbindung mit Kartenmaterial von tracks4africa.com erwies sich als gold richtig. (Zu verkaufen für 50.- Euro. Bei Interesse einfach eine Email schreiben).
Für den Transport von Ersatzreifen verlängerten wir das Heck nach hinten. An Stelle des Topcase montierten wir zwei stabile Halter für Reserve Benzinkanistern mit jeweils 5 Litern Fassungsvermögen, um die Reichweite der Honda XL 600V Transalp PD06 mit ihrem originalen 19 Liter Tank zu erhöhen.
 
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Der Deckel der Transportboxen dient gleichzeitig als abnehmbare Sitzgelegenheit und als Abwaschwanne. Für den Transport von 10 Litern Trinkwasser rüstete ich meinen Tankrucksack mit einem faltbaren Wasserkanister aus, der jedoch undicht wurde und schon bald normalen Plastikflaschen weichen musste, die man sowieso überall bekommt.
 
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Die Sonne schien, als Willi und ich Ali vom Bahnhof in Innsbruck abholten. Wir drei hatten uns übers Internet kennen gelernt und sahen uns nun nach vielen Telefonaten und Emails zum ersten Mal live. Willi und Ali wollten ebenfalls mit ihren Motorrädern entlang der Ostroute durch Afrika reisen und hatten auf meine Reisepartnersuche in einem Forum geantwortet. Trotz des grossen Altersunterschiedes kamen wir zunächst gut miteinander zurecht. Nur nachts krachte es buchstäblich, so laut schnarchte Willi.
 
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Von Österreich fuhren wir über den Brenner nach Italien. Unterwegs überstimmten mich die beiden und wir nächtigten in einer teuren Pension. War es wirklich eine gute Idee, mit zwei völlig fremden auf Weltreise zu gehn? Im Hafen von Ancona buchten wir die Tickets für die Fähre nach Griechenland und legten wenige Stunden später ab. Die Fähre nach Alexandria gab es damals leider noch nicht. Ab Patras fuhren wir eine schöne Küstenstrasse entlang, vorbei an einigen Schiffswracks nach Piräus. Von hier brachte uns eine Fähre auf die griechische Ferieninsel Kos. Wir mieteten uns eine Ferienwohnung und warteten einige regnerische Tage, bevor uns die nächste Fähre nach Bodrum ans türkische Festland brachte.
 
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Die Einreise verlief total unkompliziert. Willi, der als einziger von uns noch keine Versicherung für die Türkei abgeschlossen hatte, konnte dieses im Hafen für schlappe 5 Euro tun.
Als es dunkel wurde, suchten wir uns unweit der Küste einen geschützten Platz um wild zu campen. Ali musste Willi dabei helfen sein Zelt auf zu bauen. Er hatte sowas noch nie in seinem 63 Jahre langen Leben gemacht. Na das kann ja heiter werden ;-)
 
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Am nächsten Morgen hatten wir Glück mit dem Wetter. Die Sonne lachte als wir der kurvigen Küstenstrasse Richtung Antalya folgten und nachts hinter einer Düne zelteten. Ich konnte es kaum erwarten am folgenden Morgen mit meinem Motorrad im Sand zu spielen, bevor wir weiter fuhren.
 
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In Alanya kamen wir an dem Hotel vorbei, in dem ich einige Jahre zuvor im Urlaub war. Es war jedoch, wie alle anderen auch, um diese Jahreszeit geschlossen und wir durften nicht herein. Da es anfing zu regnen, fragten wir einige Kilometer weiter in einer Firma, in der Paletten und Kisten hergestellt werden nach, ob wir in der grossen Lagerhalle nächtigen dürfen. Zu unserer Freude erhielten wir die Erlaubniss unsere Zelte hier auf zu bauen. Die Menschen hier verhalten sich uns gegenüber viel freundlicher als wir es in der Heimat gewohnt sind.
 
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Die Angestellen servierten heissen Tee und zeigten mir, wie man die Kisten zusammen nagelt. Als ich einem von ihnen meine Digicam in die Hand drückte mit der Bitte mich zu fotografieren, hielt er das Gerät mit dem Bildschirm zu mir und versuchte durch das Objektiv zu schauen. Offenbar hatte er noch nie eine Kamera in der Hand gehabt.
 
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Am nächsten Morgen regnete es immer noch im Strömen. Es hörte nicht auf als wir uns der syrischen Grenze näherten. Ich sammelte unsere Pässe und all die anderen Dokumente ein und ging zum Customs Schalter um unsere Carnets stempeln zu lassen. Wild fuchtelnd schickte man mich von dort mit einem arabischen Wordschwall zum Bankschalter auf der Rückseite des Gebäudes, den ich auch beim zweiten Anlauf fand. Ich wechselte für uns drei wie mir geheissen jeweils den genannten Betrag, schloss die vorgeschriebenen Versicherungen ab und stellte mich erneut in der Warteschlange vor dem Zollschalter an.
 
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Als ich schliesslich an der Reihe war, schickte man mich erneut weg um einige US$ für die Bearbeitung des Carnets zu wechseln. Also wieder mit nassen Schuhen durch das halbe Gebäude laufen, Geld zu einem miserablen Kurs wechseln und wieder anstehen. Als man mich anschliessend erneut wegschicken wollte, um noch je 1 US$ für weiss der Geier was zu wechseln, wurde ich sauer. Plötzlich konnte der Beamte englisch und liess mich die vermutlich erfundenen Gebühren direkt in US$ zahlen.
Update: In Zukunft sollen Reisen in Länder mit "Terrorcamps" und damit auch Weltreisen verboten werden.
 
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Als wir endlich weiterfahren durften, sprang Alis Suzuki DRZ 400 nicht mehr an. Ali hatte seine Heizgriffe nicht abgeschaltet, während er draussen wartete.
Wegen des andauernden Sauwetters in Syrien nächtigten wir in Aleppo erneut in einem Hotel und versuchten unsere Sachen zu trocknen. Die Nacht war furchtbar. Erst nervte der Muezzin mit seinem gejule per Megaphone und dann hinderte uns Willis schnarchen am schlafen.
Unsere Klamotten blieben nur kurze Zeit trocken, denn es regnete am nächsten Morgen immer noch als wir Richtung Damaskus aufbrachen. Als aus dem Regen Hagel wurde, fiel der Motor von Alis Motorrad aus und liess sich nicht mehr starten. Ich schob ihn mit samt seiner Yamaha XT 600 Tenere zur nächsten Tankstelle. Hier legten wir eine Pause ein, bekamen heissen Tee und Teigfladen auf einer Bastmatte auf dem Boden sitzend serviert und durften uns an einem Ölofen etwas aufwärmen. Alte Männer heiraten hier minderjährige Mädchen, ohne diese zu fragen. Pädophilie ist in vielen Ländern ganz normal. Leider hatten wir den Fehler gemacht, uns nicht vorher nach den Preisen erkundigt. Dieses ist in Schurkenstaaten wie Syrien besonders wichtig. Bei der Abreise wurden wir erneut betrogen und mussten für das bischen Essen fast 50 Euro bezahlen.
 
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Ein viertel Stunde später sprang Willis Motorrad wieder an und wir fuhren weiter. Auf 1500m Höhe wurde der Regen zu Schnee. Ali lehnte meinen Vorschlag, hier in einer günstigen Unterkunft zu nächtigen, ab. Dabei hatte ich bereits Leute gefunden, die uns ihre trockene Garage vermieten wollten. Wollte ich nicht plötzlich alleine da stehen, musste ich also wohl oder übel mit den beiden Anderen weiter fahren. Der Schneefall wurde stärker. Selbst die Fahrbahn war komplett weiss, als mir plötzlich mein Vorderrad weg rutschte. Ich krachte auf die Seite, drehte mich um die eigene Achse und rutschte auf die Überholspur, wo das Motorrad schliesslich liegen blieb. Ich rettete mich in den Strassengraben. Dort raffte ich mich auf und lief den herannahenden LKW wild winkend entgegen, um sie auf die andere Spur zu weisen. Es dauerte ewig, bis zwischen den vielen heranrasenden Fahrzeugen endlich eine Lücke kam, die mir genug Zeit liess um das Motorrad, das immer noch auf der Fahrbahn lag, ebenfalls in den Strassengraben zu retten...
 
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Kurz vor Damaskus passierten wir einen Reisebus mit vielen Verletzten, der ebenfalls im Schnee geschlittert und umgekippt war. Wir hielten an und fragten nach. Ein Taxi zeigte uns den Weg zu einem Hotel bei dem wir unsere Motorräder im Innenhof unterstellen durften.
 
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Die Einreise nach Jordanien verlief weniger kompliziert als die Ausreise aus Syrien. Wir hatten zum Glück keine Dieselfahrzeuge. Diese sind in Jordanien verboten. Frauen dürfen gar nicht Auto fahren. Es regnete allerdings immer noch und ich konnte kaum fahren, so sehr plagte mich der Schüttelfrost. Meine "wasserdichten" Motorradklamotten und meine Schuhe waren seit Tagen nicht mehr trocken. Da es keine Hotels gab, erhielten wir erfreulicherweise die Erlaubnis einen Tag im Lager eines kleinen Supermarkts wohnen zu dürfen, bis mein Fieber sank und es mir wieder etwas besser ging.
 
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während ich krank im Zelt lag, besorgte Ali unsere "Empfehlungsschreiben" (Bittschreiben) für die Beantragung des Nord Sudanvisums bei der deutschen Botschaft für jeweils stattliche 20 Euro.
Sanft bläst der Wind über mein Zelt, die Sterne funkeln und auf der anderen Seite des toten Meeres leuchten friedlich die Lichter der Stadt Betlehem. Doch der Schein trügt. Auf dem Weg zu einer heissen Quelle, die ins tote Meer mündet, passierten wir zahlreiche Militärposten mit scharfen Geschützen. In der Ferne hörten wir das Donnern schwerer Artillerie.

Das Ufer des auf -300 m unter dem Meeresspiegel liegenden Sees war von dicken Salzkristallen umgeben. Das Wasser war erstaunlich warm und trug mich besser als ich erwartet hatte. während Ali und ich Fotos machten, reparierte Willi seinen nach einem Sturz verbogenen Gepäckträger.
 
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Unseren Zeltplatz für die Nacht fanden wir im Landesinneren, versteckt auf einem kleinen Hügel. Zuvor hatten Ali und ich Willi, der direkt neben der Strasse zelten wollte, überstimmt. Ich erkundete die Umgebung und wurde von Einheimischen, die auf dem steinigen Boden Tomaten anbauen, zum Tee eingeladen.
 
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Um Jordanien mit der Fähre in Richtung Sinai verlassen zu können, rasten wir am nächsten Tag durch wunderschöne, teils wüstenartige Steppe mit hellen, lehmfarbenen Bergen und Canyons. Gerne hätte ich angehalten, Fotos gemacht oder gar dort übernachtet. Leider konnte ich die beiden Anderen nicht davon überzeugen. Da hat man es als Alleinreisender doch besser.
Bei Einbruch der Dunkelheit suchten Willi und Ali in der nächsten Stadt einen Campingplatz auf.
 
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Ich hatte nach der Fahrt durch eine so schöne Gegend keine Lust auf einem langweiligen Campingplatz zu schlafen und zog es vor neben den Fahrzeugen anderer Reisenden wild am Strand zu naechtigen.
Morgens erwachte ich durch das Tackern eines Maschinengewehrs in der Ferne. Nach einem Bad im Meer wurde ich zu einem köstlichen Frühstück in einem der LKW´s eingeladen. Leider hatte ich nicht viel Zeit zum Essen. Schon bald musste ich los, um die beiden Anderen ab zu holen. Als ich zum vereinbarten Zeitpunkt ankam, hatten meine zuverlässigen Reisepartner noch nicht einmal mit dem Packen ihrer Sachen begonnen. Und dafür hatte ich mein leckeres Frühstück sausen lassen???
 
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Bevor wir die Fähre betreten durften erfuhren wir an der Grenze nach einigem hin und her, dass wir nach drei Tagen in Jordanien unsere Aufenthaltsdauer um einen Tag überzogen hatten. Das kostete uns je 6 US$ Strafe zuzüglich der happigen Ausreisegebühren.
 
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Auf der Seite von Ägypten empfing uns ein Polizist, der uns bei der langwierigen und mit 1145 Pfund extrem teuren Einreiseprozedur half. Zuerst wurde die Fahrgestellnummer unserer Motorräder abgepaust, dann mussten einige arabische Dokumente ausgefüllt werden etc. bevor wir eine ägyptische Zulassung und arabische Kennzeichen erhielten. Wenigstens war der Sprit hier mit 14 Eurocent pro Liter deutlich billiger als Trinkwasser.
 
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Wir nächtigten in einer Bauruine und fuhren am nächsten Tag bei starkem Seitenwind und Hagel nach Gizeh. Willi und ich hatten Ali mitgeteilt, dass wir Ägypten nicht in drei Tagen durchquehren wollten, ohne die Pyramiden und die Sphinx in Cairo besichtigt zu haben. Ali wollte nur möglichst schnell weiter. Für mich aber war der Weg das Ziel.
Im dichten Verkehr mit ständigen Hupen gelang es uns kaum Ali, der die Koordinaten (GPS N 29°57,832 E031°09,590) vom Campingplatz in der Hauptstadt hatte, bei seinen zahlreichen riskanten Überholmanövern über die vielen schlecht sichtbaren Speedbreaker zu folgen. Auf den Märkten hier wurden mit riesigen Netzen gefangene Zugvögel angeboten, die in Europa unter Artenschutz stehn.
 
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Es wurde recht schnell dunkel und Willi ging trotz zahlreicher Tankstellen am Wegrand der Sprit aus, kurz bevor wir unser heutiges Ziel erreichten. Selbst ein 40 Liter Tank ist einmal leer...
Nachts konnten wir mal wieder kaum schlafen. Die Megaphone der umliegenden Moscheen schienen sich mit ihrem lauten Geheule regelrecht übertrumpfen zu wollen. Aloa Kba: "Gott ist gross". Die Menschen hier, die häufig mit ihren Hühnern, Eseln und Ziegen in einem Haus wohnen, scheinen einen erstaunlich tiefen Schlaf zu haben. Ansonsten wird man durch diesen ständigen Lärm zwangsweise zum Terrorist. Schlafentzug macht nachweislich aggressiv.
 
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Während unserem Aufenthalt in Cairo liess Willi endlich den Seitenständer seiner überladenen Yamaha XT 600 Tenere so verändern, dass die Maschine alleine stehen konnte. Er bezahlte den Schlosser mit einer mitgebrachten Säge, um sein reichliches Gepäck etwas aus zu dünnen. Ali und ich fuhren mit den Motorrädern nach Gizeh zu den Pyramieden (GPS N29°58'30,8" E031°08'24,8"), die inzwischen komplett mit der Stadt Cairo verwachsen sind. Wir machten viele Fotos und assen lecker Makaroni am Strassenrand. Willi zog es auf Grund des dichten Verkehrs vor, sich im Taxi zu den Pyramiden fahren zu lassen.
 
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Später beantragten wir bei der Nord sudanischen Botschaft ( war GPS N30°02'21,8" E031°14'02,5" ist jetzt umgezogen nach 30°2'11.40"N 31°12'23.99"E) für jeweils 100 US$ unsere Visa. Am nächsten Tag konnten wir unsere Pässe abholen und Cairo mit ungewolltem Polizeigefolge verlassen. An einer Polizeikontrolle liess man uns ewig warten, bis die Beamten die uns weiter hinterher fahren sollten schliesslich ihren Tee ausgetrunken hatten. Da wir auf dass ständige Warten in der prallen Sonne keine Lust hatten, fuhren Ali und ich zu Willis Missfallen ab sofort bei den zahlreichen Polizeikontrollen einfach durch, ohne an zu halten. Dieses beschleunigte den Fahrerwechsel unseres unliebsamen Begleitfahrzeuges erheblich. Wenige Tage zuvor war eine Autobombe in Cairo hoch gegangen und hatte die Aufmerksamkeit der Weltpresse erregt. Ob das der Grund war, warum man uns staendig folgte?
 
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Gegen Abend rutschte Ali an einer Tankstelle auf ausgelaufenem Diesel aus. Kurze Zeit später hatte er trotz verstärktem Schlauch einen platten Hinterreifen. während er selbigen wechselte, wurde die Schar der neugierigen Kinder um uns herum immer grösser. Es waren sicher über huntert Stück, als wir endlich bei eingebrochener Dunkelheit auf der Suche nach einem Schlafplatz weiter fuhren. Es ist erstaunlich, dass sich Menschen trotzdem 10 Kinder zulegen, obwohl sie selber nicht viel besitzen. Durch zu viele Kinder gelangen die Menschen in die Armutsfalle und es kommt zu Hungersnöten und Krieg.
 
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Auf unserer Strecke gab es keine Konvoipflicht mehr. Um den nervenden Polizeiwagen der uns trotzdem ständig folgte ab zu schütteln, fuhren wir langsamer bis uns der Fahrer wild gestikulierend überholte. Er versuchte uns auf diese Weise zur Eile an zu treiben. Ali und ich schalteten jedoch sofort unsere Lichter aus und bogen in den nächsten Feldweg ein. Da Willi uns mit kompletter Festtagsbeleuchtung folgte, liessen leider auch unsere Verfolger nicht lange auf sich warten.
 
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Die Polizisten forderten uns auf zur nächsten Stadt in 100 km Entfernung zu fahren. Wir weigerten uns jedoch und bauten unsere Zelte auf. Mitten in der Nacht wurden wir durch das Hupen zweier Polizeiwagen geweckt, deren lernresistente Insassen uns ebenfalls aufforderten sofort weiter zu fahren. Es sei hier zu gefährlich. Wir weigerten uns erneut und erreichten nach langer Disskussion mit den Beamten, die kein Englisch konnten, dass wir endlich weiter schlafen konnten.
 
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Was sind das nur für Wichtigtuer, die ihr Geld damit verdienen, ihren Mitmenschen das Leben schwer machen statt einer moralisch einwandfreien Arbeit nach zu gehen? Intelligenz zeichnet diese Spezies jedenfalls nicht aus. Aber Intelligenz braucht es ja auch nicht, um dumm nach Vorschrift zu handeln.
Um 6 Uhr weckte man uns pünktlich mit Sirenengeheul und Blaulicht und weiter gings, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.
 
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Gegen Mittag bemerkte ich ein starkes metallisches Klackern vom Hinterrad. Eines meiner beiden 6203 Radlager hatte seinen Dienst quittiert. Unter lautem Protest unserer dämlichen Begleiter "you cant stop here" baute ich das Hinterrad aus. Ali verschwand damit in einem Taxi und kam nach nur zwei Stunden mit neuen Radlagern zurück, während ich auf unsere Sachen aufpasste. Hierfür nochmal ein großes DANKE!!!
 
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Langsam wurde es dunkel und wieder hiess es "you cant stay here" obwohl ich, während Ali weg war, bereits eine gemütliche Unterkunft in einem nahe gelegenen Gebäude für uns organisiert hatte.
Man versprach uns wir dürften kostenlos an der nächsten Polizeistation zelten. Als wir dort ankamen war von kostenlosem Zelten keine Rede mehr. Wir wurden von einer Streife zur anderen weiter gereicht und schließlich vor einem Hotel abgeladen. Wenigstens konnten wir in der Stadt lecker essen und mal wieder ein Internetcafe aufsuchen, um ein wenig zu arbeiten und Fotos zu sichern. Das Leben als digitaler Nomade ist schön. Da die meisten Rechner hier extrem virenverseucht waren, war ich froh darüber, meine SD Speicherkarten mechanisch mit einem Schreibschutz versehen zu können und eine Linux Start CD zum Booten dabei zu haben.
 
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Am Morgen stellte Ali fest, dass sich sein Kupplungszug aufgelöst hatte. Unter lautem Protest unseres unfreiwilligen Sicherheitspersonals, das bereits vor dem Hotel auf uns wartete, tauschte er in aller Ruhe seinen Zug, bevor wir mit Martinshorn und Blaulicht aufbrachen.
Als wir Luxor erreichten, interessierte sich plötzlich kein Polizeiposten mehr für uns. Wir genossen das neue Gefühl der Freiheit und quartierten uns auf einem ruhigen Campingplatz ein (GPS N25°42'41.1" E032°38'55.1").
 
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Am nächsten Tag unternahm ich eine Stadtrundfahrt, machte viele Fotos auf einem nahe gelegenen Markt und erwarb zwei beidseitig gekapselte Radlager für hinten und zwei 6202 Lager als Reserve für vorne.
währenddessen zogen Willi und Ali ihre halb abgefahrenen Strassenreifen ab und montierten die mitgebrachten Stollenreifen. Willi hatte erstaunlicherweise nicht nur eine ganze Dose Reifenmontierpaste sondern auch einen großen Pinsel dabei. Etwas Duschgel hätte es auch getan ;-)
 
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Ich verkaufte die gebrauchten Strassenreifen, die die beiden einfach wegschmeissen wollten und organisierte zwei alte Farbkanister um mehr Benzin für eine noch grössere Reichweite transportieren zu können. Besser zu viel als zu wenig.
Nach drei erholsamen Tagen in Luxor fuhren Ali und ich weiter nach Asuan, wo wir wild in der Nähe des inzwischen geschlossenen Campingplatzes "Adams Rest" nächtigten (GPS N24°10'15.2" E032°52'03.4"). Willi der nicht gut mit Alis Dominanz klar kam und alle paar Minuten eine Raucherpause einlegte, wollte noch Fotos machen und später in einem Hotel nächtigen. Wie kann man nur so abhängig bzw. süchtig nach Drogen sein?
 
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Bevor wir Ägypten verlassen konnten, mussten wir uns beim Traffic Court (GPS N24°03'41.6" E032°53'09.2") eine Bestätigung ausstellen lassen, dass wir im Land keinen Unfall hatten. Danach gaben wir unsere arabischen Kennzeichen ab (GPS N24°05'02.6" E032°54'30.1") und fuhren wieder mit unseren normalen Kennzeichen weiter. Verstehe einer die Ägypter. Beim Ticketschalter erwarben wir für 286 Ägyptische Pfund pro Person und 372 fürs Motorrad unsere Fährtickets (GPS N24°05'56.4" E032°53'58.8").
Die Fähre verliess Aswan am nächsten Tag mit 6 Stunden Verspätung in Richtung Nord Sudan. In Europa hat man die Uhr, in Afrika hat man Zeit. Unsere Motorräder folgten auf einem seperaten Ponton.
 
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An Bord wurden unsere Pässe eingesammelt. Wir wechselten Geld und liessen uns mit unseren Isomatten vom Bordpersonal nicht aus dem Schatten der ausserhalb der Reling hängenden Rettungsboote vertreiben. Unseren Essensgutschein lösten wir am folgenden Tag ein, als unsere mitgebrachten Vorräte zur Neige gingen.
Nach der Ankunft in Wadi Halfar holte uns Mazar Mahier wie telefonisch vereinbart vom Hafen ab und brachte uns zu seinem Haus (GPS N21°47'46.9" E031°22'50.7"). Wir wurden mit lecker Gebäck empfangen und durften unsere Zelte im Hof aufschlagen während wir 18 Stunden auf die Ankunft unserer Fahrzeuge warteten. (+2499-18335149, +249-122380740 mashansharti@yahoo.com www.tour-sudan.com bzw. 01217308855 oder 0122262060 nubatia51@yahoo.com)
 
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In der Zwischenzeit erledigte Magda gegen eine Gebühr von 15.- Euro für insgesamt 197 sudanische Pfund, also ca 74.- Euro, unsere Einreiseformalitäten inklusive der vorgeschriebenen, 50 US$ teuren Registrierung bei der Polizei. Der Abschluss einer Versicherung für die Fahrzeuge ist im Nord Sudan nicht vorgeschrieben.
Als die zweite Fähre endlich angelegt hatte, hatten wir grosse Schwierigkeiten unsere Motorräder über eine schmale Planke von Bord zu bekommen. Der Captain hatte absichtlich so angelegt, dass es unmöglich war die ebenfalls verschifften Gelaendewagen an Land zu fahren. Wahrscheinlich wollte er auf diese Weise von den offensichtlich wohlbetuchten Zimbabwern, die wir am Hafen getroffen hatten, Backschisch für das Umrangieren der Fähre erpressen.
 
Abenteuer Motorradtour um Afrika - Safari Kenia, Tansania und Südafrika

Die Einreise selbst verlief bei grosser Hitze recht unspektakulär, dauerte aber trotzdem viele Stunden. Zum Glück fand niemand den Wein, den Ali in seinen Reservebenzinkanistern schmuggelte. Islamische Länder, in denen Alkohol verboten ist, sind nichts für Alkoholiker. Schliesslich konnten Ali und ich die schwierigste und längste Etappe ohne Wasser- oder Spritversorgung der Abenteuerreise beginnen. Willi traute sich diese Höllenpiste, auf der im Film "Long way down" gleich 2 BMWs verreckt sind, nicht zu. Er flog einige Tage später auf Kostn der ADAC Krankenversicherung zurück nach Deutschland, wo die billigen Zigaretten im doppelten Boden seines Koffers gleich das vielfache wert waren. Da warens nur noch zwei ;)
Die perfekte Asphaltdecke der neu gebauten Strasse hörte immer wieder ganz unerwartet auf. Dann hiess es eine der vielen Ausweichpisten zu nehmen, die teilweise im Weichsand verliefen und plötzlich ganz aufhörten. Wir kämpften uns bei sengender Hitze wacker voran. Nachts campierten wir in der Wüste unter einem riesigen Sternenzelt. Ali bereitete lecker Nudelsuppe mit Corned Beef und Fladenbrot.
 
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Nach einer entspannten aber recht windigen Nacht entschieden wir uns dazu, bis Dongola auf der Piste zu bleiben. Die Fahrt zu bereits asphaltierten Abschnitten der neuen Strasse führten meist durch Sandfelder mit tiefen Spurrillen der Baufahrzeuge. Dort mit unseren beladenen Motorrädern durch zu fahren war fast unmöglich. Update: Inzwischen ist die asphaltierte Strasse durchgehend fertig gestellt.
 
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Auf einem besonders harten Wellblechabschnitt erlag mein nicht gefettetes unteres Lenkkopflager dem feinen Sand und den starken Vibrationen. Nun konnte ich nur noch ruckartig mit grossen Kraftaufwand lenken. Am Ende unserer Kräfte erhielten wir abends die Erlaubnis, in einer Moschee zu übernachten. An das nervtötende Gejaule der Megaphone in aller Frühe hatten wir uns inzwischen mehr oder weniger gewöhnt (GPS N19°03'30.3" E030°27'36.8").
 
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In der Hoffnung mein Lenkkopflager in der Hauptstadt austauschen zu können, bretterten wir am nächsten Tag 520 Kilometer auf perfekter Asphaltstrasse durch die rote Wüste, vorbei an vielen Kamelherden und riesigen LKWs mit bis zu 44 Rädern, nach Karthoum. Es war heiss und so hell, dass der Weissabgleich meiner Videokamera damit nicht zurecht kam. Ich war froh, meine Sonnenbrille dabei zu haben. In Karthoum campierten wir auf dem Paradeplatz (GPS N15°31'25.8" E032°34'11.1").
 
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In einem grossen Kaufhaus, zu dem mich Ali hinten auf seinem Motorrad mitnahm, assen wir zunächst einmal lecker Pizza und besuchten das Internetcafe, um diese Seite zu aktualisieren.
In der Werkstattmeile (GPS N15°33'41.3" E032°31'56.4") fanden wir nach einigem Suchen ein Kegelrollenlager mit 25 Millimetern Innendurchmesser, dass in die Lagerschale meines defekten Lagers passte. Wir liessen es auf die benötigten 26 mm aufdrehen und bauten es erfolgreich ein (GPS N15°34'14.6" E032°31'33.3"). während ich einen Schlosser dabei fotografierte, wie er das defekte Lager mit Hilfe einer Flex vom Lenkkopf entfernte, wurde mir meine Kamera plötzlich von einem Bullen in Zivil aus der Hand gerissen.
 
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Da fotografieren im Sudan generell verboten ist, wurde ich verhaftet und musste mit auf die Wache. Sowas gibt es sonst nur in Deutschland. Nach langem hin und her konnte ich die dummen Beamten endlich davon überzeugen, dass sich in meiner Digitalkamera kein Film befindet und ich die Speicherkarte auch nicht zerstören, sondern nur formatieren werde. Dann durfte ich die Wache endlich wieder verlassen. Leider gelang es mir im nächsten Internetcafe nicht, die gelöschten Fotos mit Hilfe einiger Spezialprogramme wieder herzustellen. Glücklicherweise besass ich von den meisten gelöschten Bildern bereits ein Backup auf anderen Speicherkarten, versteckt in meinem Gepäck.
 
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In der Ethiopischen Botschaft (GPS N15°34'54.6" E032°32'03.9") erhielten wir am nächsten Vormittag für je 20 US$, 2 Passbilder und einer Kopie des Carnets innerhalb von 4 Stunden unsere Visa. Dann verliessen wir Karthoum. In Gedaref wollten wir zu Mittag essen und verursachten auf der Suche nach Brot und Obst einen riesigen Menschenauflauf. Man merkte, dass wir uns der ethiopischen Grenze näherten. In den Südsudan wollten wir nicht. Dort tobt ein Bürgerkrieg und es herscht eine Hungersnot. Selbst für Trinkwasser müssen die Menschen kämpfen. Sprit gibt es gar nicht. Eritrea und Somalia waren ebenfalls nicht zuletzt wegen der Piraten viel zu gefährlich.
 
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Die Ausreise aus dem Nordsudan verlief am nächsten Morgen total unkompliziert. Fast hätten wir die Grenze übersehen. Zunächst wurde in einem unscheinbaren Haus am Strassenrand (GPS N12°56'33.3" E036°08'53.9") unser Pass, dann in einem anderen Haus (GPS N12°57'30.0" E036°09'01.8") das Carnet gestempelt. Eine Versicherung schlossen wir nicht ab. Selbige war zwar vorgeschrieben, wurde aber nie kontrolliert.
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In Ethiopien genauer gesagt Galabat empfing uns das bunte Leben. Die Leute waren sehr freundlich und lachten viel. Frauen liefen bunt gekleidet und ohne Kaftan herum. Kinder spielten auf der Strasse mit Hühnern. Trotzdem werden auch hier die meisten Mädchen beschnitten, siehe auch die 3Sat Dokumentation hier und hier.
Es gab kaum private Autos, sondern lediglich Busse und LKW´s zum Personentransport. Ich konnte zu Alis Leidwesen endlich wieder nach Herzenslust fotografieren.
 
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während ich zwischen den vielen Rundhütten umher lief, traf ich zwei Australier, die Afrika mit dem Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln bereisten. Beide waren zum Glück unverletzt, als wir ihren Bus einige Stunden später verunglückt am Strassenrand in einer Hütte stecken sahen.
Die Piste hinauf ins Hochland nach Gonder war recht holperig, bei Fech Fech extrem staubig und nach einem kleinen Regenschauer plötzlich sehr rutschig. Überall waren Menschen zu Fuß unterwegs. Zum Schutz vor der Sonne verwendeten viele Frauen einen Regenschirm. Die meisten Männer waren in schöne rote oder blaue Tücher gehüllt und trugen einen langen Stock quer über beiden Schultern.
 
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An einem steilen Abschnitt auf 2500 Metern Höhe in den Simien Mountains merkte ich, dass mein Motorrad kaum noch Leistung brachte, nicht mehr schneller als 40 km/h fuhr und bei mehr Gas einfach ausging. Ali tippte auf eine gerissene Vergasermembran. Letztendlich handelte es sich zum Glück nur um den auf grossen Höhen üblichen Sauerstoffmangel. Ausserdem war nach dem Fech Fech der Luftfilter verstopft und der Chokezug, mit dem Kinder gespielt hatten, hängen geblieben.
 
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Wo auch immer wir anhielten, kamen sofort Kinder angerannt um uns mit "Mosungu" bzw. "Mzungu", was auf Kiswahili weisser Mann bedeutet, schrillen Pfiffen, "ju ju ju" oder "money money money" zu begrüssen. Hier hatten es Entwicklungshelfer und zahlreiche Touristen vor uns mit grundlos verteilten Geschenken geschafft, die wegen der hohen Sterblichkeit durch HIV meist recht jungen Ethiopier davon zu überzeugen, dass man Geld nicht durch Arbeit sondern durch Betteln verdient.
 
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Immer wieder kreuzten Rinder, Esel und Ziegen die Strasse, ohne sich um den Verkehr zu kümmern. Wir mussten häufig recht heftig den Anker werfen.
Auf dem Schotterweg zu den Simien Mauntains waren wir auf unsere Spritreserven aus dem Nord Sudan angewiesen. Die Tankstellen an denen wir vorbei kamen hatten entweder nur Diesel oder funktionierten wegen Stromausfall gerade nicht. Vor Ort erfuhren wir, dass man die einzige Strasse des kostenpflichtigen Nationalparks nur mit einem bewaffneten Guide befahren darf, der hinten auf dem Motorrad mitfährt.
Da wir auf zusätzliches Gewicht nicht erpicht waren, fuhren wir die normale "Strasse" weiter und hatten Glück: Schon nach wenigen Kilometern sahen wir die ersten wilden Affen am Wegrand.
 
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Man hatte uns zuvor vor dem schlechten Essen in dem Land, in dem es 13 und nicht wie bei uns nur 12 Monate gibt, gewarnt. Zu unserer Freude brauchten wir unsere mitgebrachten Dosenvorräte jedoch nicht an zu rühren. Überall am Strassenrand gabe es leckere Früchte, Avocados mit mehr ungesättigten Fettsäuren als zum Beispiel Hünchen, Gebäck oder das einheimische Injera. Injera ist ein grosser Sauerteig Fladen aus Teff Getreide, der mit leckerer, teilweise recht scharfer Fleischsoße und einigen Fleischstückchen oder mit Gemüse serviert wird.
 
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Zurück in Gonder hielt ich an, um auf einem Marktplatz Früchte zu kaufen. Dabei verursachte ich wie immer einen riesigen Menschenauflauf. Die Stimmung kippte, als aus dem fröhlichem Gelächter der Gruppe ein immer stärkeres Fordern nach "money money money" wurde. Ich beschloss zu verschwinden, liess meine Maschine an, schützte den Killschalter mit dem Daumen vor neugierigen Händen, die überall waren und mich fest zu halten versuchten und fuhr los. Niemand machte Platz.
 
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Der Typ, der mit meinem Licht spielte, bekam den Lenker vor die Brust, das Mädchen, dessen Hände meine Jackentaschen nach Geld durchsuchten, wurde vom Seitenkoffer zu Fall gebracht. Ein weiterer Gasstoss brachte mich aus der Reichweite der fliegenden Steine. Geschafft...
Da wir keinen ungestörten Schlafplatz fanden, zelteten wir im Hof eines Hotels (GPS N12°36'37.9" E037°28'19.5").
Auf dem Weg zum Lake Tana (nicht zu verwechseln mit dem Lake Turkana in Kenya) und den blue nil falls fanden wir etwa alle 200 km eine Tankstelle, die in der Lage war uns notfalls aus Fässern Benzin zu verkaufen.
 
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Als wir mittags anhielten um in der Nähe eines Panzerwracks im Schatten eines Baumes eine Pause einzulegen, kamen auch hier natürlich wieder viele Kinder angerannt. Sie trugen blaue Schuluniformen und einige hatten ihre Schulbücher dabei. Ali las ihnen etwas daraus vor und schenkte den fleissigen Zuhörern einige Buntstifte. Entgegen seinen Erwartungen verursachte das jedoch keine Freude sondern wilden Streit. Immer wenn der Gleichgewicht von Besitz gestöhrt ist entsteht Neid. Jeder will einen Stift oder einen Porsche haben. Es gab jedoch nicht genügend.
 
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Die Strecke durch den blue nil canyon, über die von Japanern gebaute Brücke, hinauf bis auf 3098m Höhe und vorbei an zahlreichen LKW´s Wracks am steil abfallenden Strassenrand, war sehr spektakulär. Auch hier, weit weg vom nächsten Dorf, waren wieder viele Menschen und Tiere zu Fuss auf den Strassen unterwegs. Auf die Besichtigung der Kirchen in Lalibela haben wir auf Grund der Eintritspreise von 50 Dollar pro Kirche verzichtet. Die Gegenwart interessiert mich eh mehr.
 
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Wir wechselten in Adis Abeba auf 2500m Höhe unser Motoröl und erwarben die Comesa Yellowcard, eine günstige Versicherung die in Kenia, Tansania und Malawi gültig ist. (Schnelles Internet gab es bei GPS N09°00'20.4" E038°46'02.8".)
Weiter ging es, am Lake Langano (Camping GPS N07°32'54.5" E038°41'03.0") vorbei zum Ziway See. Hier bewunderten wir zahlreiche grosse Marabu Vögel, die sich von den Abfällen der Fischer ernährten. Natürlich wurden wir auch hier wieder massiv angebettelt, bis es Ali zu viel wurde und er weiter wollte.
 
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Nach Moyale (Camping GPS N03°32'52.6" E039°02'55.9") führte uns unser Weg durch tropische Vegetation in das Gebiet der Massai. Wir sahen viele traditionell gekleidete Frauen am Strassenrand und erwarben unsere erste Ananas.
Ab Kenia sprach man Englisch und Swahili und fuhr links. In Kenia stirbt alle 3 Stunden ein Mensch im Strassenverkehr. Den für 6 Monate auch in Deutschland gültigen Führerschein für LKW, PKW und Motorrad bekommt man hier für 100 Euro in zwei Tagen (Galileo). Das Einkommen der Bevölkerung liegt unter 70.- Euro pro Monat. Hier werden die meisten Mädchen beschnitten (NDR). Das Visum für 30 Tage kostete an der Grenze 50 US$. Was Parks angeht, haben Kenia und Tansania die teuersten Preise: Der Eintritt für eine Safari zum Ngorongoro Krater (Tansania) und den Serengeti Tierpark (Kenia) kostet jeweils rund 100 Dollar pro Person und Tag. Eine Stunde in der Nähe von Gorillas rund 500 Dollar. Der Eintritt für die Besteigung des Kilimanjaro liegt bei rund 1000 US$.
Die 250 Kilometer Höllenpiste nach Marsabit, auf der bei "Long way down" erneut eine BMW liegen blieb, brachten wir ohne Pause an einem Tag hinter uns. Viele Leute hatten uns zuvor vor Überfällen auf dieser Strecke gewarnt. Da diese Strecke während der Regenzeit quasi unpassierbar war, wird sie inzwischen von Chinesen asphaltiert. Bald kann man dann Afrika entlang der Ostküste vermutlich komplett auf Asphalt durchqueren.
 
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Nie zuvor habe ich eine ähnlich schlechte Piste gesehen wie diesen Transafrika Highway. Im losen Untergrund lauerten tiefe Spurrillen der entlang bretternden LKW. Mehrmals rasten nagelneue Landcruiser mit grossen Unicef Logos und fetten, schmierigen Fahrern, die sicher gut von den für hungernde Kinder vorgesehenen Spenden leben, gefährlich nah an mir vorbei.
Immer wieder setzte mein beladenes Motorrad hart auf grossen Steinen auf, versank fast im Sand oder wurde von hartem Wellblech durchgeschüttelt. Rutschte mein Vorderrad in die Spurrillen der LKW, kippte die ganze Fuhre um. Dann hiess es das gesamte Gepäck und vor allem die Benzinkanister abladen, um die schwere Maschine wieder auf zu stellen. Von meinem Reisepartner war weit und breit nichts zu sehen.
 
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Hätte ich gewusst, dass es im kleinen Ort Marsabit nicht nur sau langsames Internet sondern sogar eine Tankstelle gibt, hätte ich keinen Reservesprit mitgeführt. Es war ein Wunder, dass ich auf dem Campingplatz eines freundlichen Schweizers in Marsabit lediglich den Auspuff schweissen lassen musste (GPS N02°20'44.4" E037°57'56.6").
Die Leute hier in Kenia waren freundlich und erfreulicherweise weniger aufdringlich als die Ethiopier. Auf den ebenfalls sehr schlechten 260 km nach Isiolo brach der Heckrahmen von Alis Suzuki DRZ 400 (Camping in Isiolo: GPS N00°17'30.9" E037°33'26.1").
 
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während wir den Rahmen in der Steinwüste bei grosser Hitze so gut es ging mit Zurrgurten fixierten, bat uns ein Masaikrieger um Trinkwasser. Statt sich für das Trinkwasser, dass ihm Ali aus seinen knappen Reserven schenkte zu bedanken, wollte der Mann anschliessend auch noch Geld haben. Er wurde richtig unfreundlich als er keines bekam und wir waren froh, dass wir in der Überzahl waren. Zu meiner Freude fuhr Ali etwas langsamer, nachdem wir seinen Rahmen stabilisiert hatten.
 
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Ich transportierte einen Teil von Alis Gepäck, als wir den Äquator passierten. Hier ist die Corioliskraft nicht stark genug, um das Wasser in verschiedene Richtungen abfliessen zu lassen, wie uns Einheimische weis zu machen versuchten. Jambo Jambo. In Nairobi ließ Ali den Alurahmen und den mehrfach gebrochenen Kofferträger bei Chris im Camp Jungle Junktion schweissen.
Wir blieben einige Tage, um uns zu erholen und das für Gäste bereitgestellte W-Lan im Aufenthaltsraum zu nutzen. Draussen regnete es in Strömen.
Kenia machte einen viel zivilisierteren Eindruck als Ethiopien. Es gab grosse Einkaufszentren und viele private Autos, aber laut Galileo vom 28.04.2013 auch den weltweit grössten Altkleider (Mitumba) Markt. Die Leute interessierten sich weniger für uns, waren auch hier freundlich, aber nicht lästig. Als wirkliches Elendsviertel stellte sich jedoch das Slum Kibera im Südwesten von Nairobi heraus. Hier stinkt es massiv (3Sat nano 04.09.2013) und gibt Krankheiten wie Cholera und Typhus.
 
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Auf dem Weg Richtung Tsavo Nationalpark, bog ein PKW Fahrer plötzlich ohne zu blinken oder sich umzusehen nach rechts ab, während ich ihn überholte, um Ali, der mit seinem geschweissten Rahmen im dichten Verkehr erneut viel schneller unterwegs war als erlaubt, nicht aus den Augen zu verlieren.
Zum Glück entstand an beiden Fahrzeugen nur ein geringer Sachschaden, sodass wir keinen Grund sahen auf die korrupten, ausländerfeindlichen Polizisten zu warten, die www.ourwildjourney.com wegen Missachtung eines Verkehrszeichens ins Gefängnis und anschliessend vor Gericht gebracht haben, wo er schliesslich frei gesprochen wurde.
 
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Im Red Elefant Camp (GPS S03°22'16.4" E038°35'39.5") hatten wir das Glück in der Ferne die seltenen, roten Elefanten vorbeiziehen zu sehen. Die Elefanten sind rot, da sie sich im roten Staub der Savanne wälzen. Auf dem Weg durch den Tsavo Nationalpark hatten wir bereits wilde Zebras direkt am Strassenrand fotografieren können.
Nach einem erfrischenden Bad im Pool beobachteten wir Antilopen und diverse Vögel am Wasserloch. Elefanten sahen wir leider keine mehr. Auf Grund der starken Regenfälle der letzten Tage gab es selbst in der Savanne genügend Wasser.
 
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Am nächsten Morgen fuhren wir kurz vor dem offiziellen Tor rechts ab auf einem kleinen Trampelpfad in den Park. Schon bald hatten wir das Glück Affen, Impalas und Büffel zu sehen.
An einer kleinen Schotterstrasse auf der wir Mombasa umfuhren wartete Ali bis ich aufgeholt hatte und teilte mir mit, er werde nun alleine zum Campingplatz Twiga Lodge (GPS S04°14'24.1" E039°36'03.8") am Tivi Beach voraus fahren und nicht mehr auf mich warten.
 
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Ich war erfreut über diese Entscheidung, denn nun konnte ich in Ruhe einige der vielen kleinen Dörfer am Wegrand besichtigen, mich unter Palmen mit den Bewohnern unterhalten und in einem kleinen Restaurant lecker frittierten Fisch mit Chapati und Gemüse essen. So machte das Reisen wieder Spass. Im Gegensatz zu meinem Reisepartner ging es mir nicht darum, diese Motorradtour gemacht zu haben, sondern auch darum, Afrika zu erleben.
 
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"In 200 Metern bitte links abbiegen." Ich tat wie mir mein Garmin Nüvi 255 in Verbindung mit der Afrikakarte von tracks4africa.com auf deutsch empfohlen hatte. Die kleine Schotterstrasse, auf der in der Vergangenheit immer wieder Leute überfallen wurden bis die Dorfbewohner 12 der 40 Wegelagerer lynchten, fuhr ich vier Kilometer zwischen Palmen zum indischen Ozean. Das Meer selber bekam ich jedoch erst hinter der letzten Kurve zu sehen.
 
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Ein Anblick wie aus einem Reiseprospekt überwältigte mich. Blaues Meer, weisser Strand mit Kokospalmen und davor die Fahrzeuge anderer Reisender. Nie zuvor hatte ich einen so schönen Strand gesehen.
Leider teilte Ali meine Freude nicht. Er wollte unbedingt bereits am nächsten Tag weiter fahren. Meine Kompromissbereitschaft, was unsere Reisegeschwindigkeit anging, war jedoch erschöpft. Ich hatte gerade erst die Bekanntschaft mit anderen Reisenden gemacht und wollte nach all den Strapazen mindestens eine Woche bleiben statt durch Afrika zu rasen. Wir lagen sehr gut im Zeitplan. Daraufhin flog Ali zurück nach Deutschland. Alleine weiter zu reisen sei Selbstmord.
 
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Nun war ich alleine und organisierte einen grossen Grillabend, zu denem ich all die anderen Camper einlud. Jeder brachte einen leckeren Salat oder frischen Fisch mit. während dem Essen fachsimpelten wir über die Erlebnisse unserer bisherigen Reisen. Es war wirklich spannend zu hören, was all die anderen Leute unterwegs erlebt hatten.
So lernte ich unter anderem diese französische Familie und eine nette, sechsköpfige Familie aus der Schweiz kennen, die ihr Haus verkauft hatte, um mit vier Kindern in einem bunten Wohnmobil auf Iveco Basis auf der Suche nach einer neuen Heimat durch Afrika, Indien und Südamerika zu reisen.
 
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Auf der Fähre über den Nassa See in den Nord Sudan hatten sie sich mit einer kleinen Familie aus Frankreich zusammen geschlossen, die in einem Fiat Ducato Camper unterwegs ist.
Wim und Chantal aus Belgien und Holland waren schon seit längerer Zeit mit einem Land Rover Defender unterwegs. Das deutsche Paar von www.kroksafaris.de lebte schon seit einigen Jahren in Afrika, während Stefanie und Stefan nur zum Arbeiten nach Kenia gekommen sind.
 
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Beide bestellten so wie ich am Morgen bei einem der Beachboys gegrillten Fisch und Chapati als Mittagessen. Da sie jedoch den Fehler machten und eine Anzahlung leisteten ohne dafür einen Pfand zu behalten, wurde ihnen Mittags leider nichts geliefert.
 
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Etwas später trafen Birgitt und Sigi von www.wuestenschiff.de mit ihrem Mercedes G und das coole Paar von www.ourwildjourney.com im Nissan Patrol ein.
Es tat schon fast weh, als sich diese lustige Gruppe kurz vor Ostern auflöste.
Ich fuhr 80 Kilometer an der Küste entlang zur Grenze nach Tansania und dann eine schöne Gravel Route zum Campingplatz Peponi (GPS S05°17'14.4" E039°03'56.7"). Hier badete ich während der Ebbe im Pool und befüllte meine leer gekochte Batterie mit destilliertem Wasser, bevor es am folgenden Tag weiter nach Dar es Salaam ging. Auf einen Ausflug zum Mount Kilimanjaro verzichtete ich auf Grund der extrem hohen Eintrittspreise von rund 1000 Dollar.
 
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Da ich die Hauptstadt bereits von meiner Rundreise mit der Feuerwehr kannte, war es leicht den Weg zur Fähre zu finden, die einen hinüber nach Southbeach bringt. Dummerweise hatte sich dort etwas an der Verkehrsführung geändert. Kurz vor der Fähre stoppte mich ein Polizist und teilte mir breit grinsend mit, dass er mich chargen werde und ich mit auf die Wache müsse. Ich sei (wie viele andere Fahrzeuge auch) verkehrt herum durch eine Einbahnstrasse gefahren.
 
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Ich bat ihn mir das Schild, das ich übersehen hatte, zu zeigen. Als er auf ein total verbogenes, ausgebleichtes Stück Blech im Gebüsch zeigte, lachte ich ihn aus und stellte meine Maschine in die Warteschlange vor der Fähre. Das Hupen der Leute hinter mir ging dem touristenfeindlichen Ordnungshüter dann wohl doch auf die Nerven. Ich durfte ohne Strafe zu zahlen weiterfahren. Glück gehabt. Mit meinem 14 Tage gültigen Transitvisum für 30 US$ hätte ich eigentlich gar nicht von meiner Strecke abweichen und nach Dar es Salaam fahren dürfen. Ein 30 Tage gültiges Touristenvisum für Tansania kostet an der Grenze 50 US$. Update: Inzwischen hat die Polizei dort neue Lasergeschwindigkeitsmesser bekommen und zockt Tozristen auf diese moderne Weise ab.
 
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Auf dem Campingplatz Sunrisebeach (GPS S06°50'59.0" E039°21'30.6") verbrachte ich Ostern bei viel zu lauter Musik inmitten einer grossen Schar von Indern. Hier traf auch Avishai aus Israel ein, der alleine durch Afrika trampt. Wir gingen zusammen im nahe gelegenen Dorf lecker einheimisch essen. Zum Frühstück gab es süßen Tee, Pfannkuchen und gekochte Bohnen mit Zucker. Zu Mittag gab es Ugali: Maisbrai mit Fleischstückchen, den man eigentlich mit den Fingern isst. Abends bestellten wir Chipsimaiei: Pfannkuchen aus Kartoffelstückchen mit Ei. Leckeres Essen zu finden, war auf dieser Rundreise wirklich nie ein Problem. Wenn man Geld hat.
 
Durch die zunehmende Verstromung von Mais in Biogasanlagen oder der Verwendung als Tierfutter in der Fleischproduktion oder zur Ethanolgewinnung als Biosprit, ist der Weltmarktpreis für dieses Nahrungsmittel so hoch gestiegen, dass sich hier immer weniger Menschen eine Mahlzeit leisten können, siehe ARD Dokumentation "Der Mais-Wahn".
 
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Avishai erzählte mir, dass er an der Grenze von Kenia nach Ethiopien einen Motorradfahrer getroffen habe, der sein Visum nicht im Voraus bei der zuständigen Botschaft beantragt hatte. Der arme Kerl war total fertig. Er musste die gesamte Höllenpiste nach Isiolo, die er gerade erst gekommen war, wieder zurück fahren, da man das Visum für Ethiopien nicht an der Grenze, sondern nur in Nairobi bekommt. (Edit: Inzwischen bekommt man das Visum leider nur noch per Post bei den Botschaften in Europa . Ausserdem braucht man eine Bestätigung des Carnets von der Botschaft .)
Ich traf Avishai zufällig nochmal am Strassenrand in Mbeya und erneut in Mzuzu in Malawi. Wir verabredeten, uns erneut in Nkhata Bay im Camp Butterfly (GPS S11°36'43.6" E034°18'17.0") www.butterfly-space.com ) direkt neben Mayoka Village ( www.mayokavillage.com ) zu treffen. Aber der Reihe nach.
 
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Von Dar es Salaam aus folgte ich der Hauptstrasse, die auch durch Morogoro und den Mikumi Nationalpark führt, durch trockene Savannenlangschaft in Richtung Westen. Als ich auf Safari eine Pause einlegen wollte, wurde ich von einem Schwarm grosser, agressiver Tse Tse Stechfliegen (wie deutsche Bremsen) regelrecht angefallen. Nur durch schnelle Fahrweise konnte ich den Insektenn die versuchten sich an meiner schwarzen Motorradjacke fest zu halten, entkommen.
Im Park folgte ich der ausgeschilderten Abzweigung zu einer Lodge, in der Hoffnung auf dem Weg dorthin Tiere zu sehen. Da die Schranke zum recht verwilderten Resort offen und niemand da war, folgte ich der Piste tiefer in den Gamepark und setzte meine Afrika Safari fort.
 
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Nach wenigen Kilometern sah ich die ersten Giraffen auf dieser Tour. Kurz darauf kam mir ein Elefant entgegen. Ich hielt in gebührender Entfernung an und schaltete den Motor ab. Der Elefant kam langsam näher. Schliesslich verliess der Dickhäuter die Piste und verschwand im Unterholz. Als ich mich der Stelle vorsichtig zu Fuss näherte, sah ich weitere Elefanten. Da einer von ihnen anfing laut zu trompeten, beschloss ich auf weitere Fotos zu verzichten und lieber zu verschwinden.
 
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Ich verbrachte viele Stunden im Park, folgte den verschiedenen Wegen, die in meinem GPS aufgeführt waren und erfreute mich an der schönen Gegend, an Impalaherden, Zebras und Giraffen.
Als es dunkel wurde, fuhr ich zurück zur Lodge. Als ich mich näherte, kam ein schwarzer Mann mit einem leichten Maschinengewehr angerannt und legte auf mich an. Ich verstand nicht was er sagte, hielt an und blieb auf dem Motorrad sitzen, da auf diese Weise die Front der Maschine einen Grossteil meines Körpers verdeckte und ich dem Kerl nicht zutraute, gezielt schiessen zu können.
 
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Immer mehr Gestalten kamen angerannt, schlossen die Schranke und versperrten mir so die Weiterfahrt. Einer von ihnen sprach gebrochen englisch und wollte 100 US$, da ich mich illegal im Park aufgehalten habe.
Ich lachte ihn aus und log, dass ich nicht so viel Geld dabei habe. Daraufhin fragte er wie viel ich denn habe. Ich nannte eine viel niedrigere Summe und fragte woher ich wissen sollte, dass der Weg gebührenpflichtig sei, wenn kein Schild da steht. während wir verhandelten, wurde es stockfinster. Ich schob meine Maschine langsam nach vorne, näherte mich der Schranke und löste die Kette.
 
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Rasselnd öffnete sich der Schlagbaum. Sofort schob ich meine Maschine einen Meter weiter, sodass die Schranke nicht erneut geschlossen werden konnte. Der bösartige Kerl legte erneut auf mich an und forderte mich auf zurück zu fahren. Ich weigerte mich. Hätte mich der Kerl erschiessen wollen, hätte er es längst getan. So aber stand eine lange Nachtwache vor ihm, da mich nun ausser seiner Waffe hier nichts mehr hielt. Als er das begriff, liess er schliesslich die Waffe sinken und verschwand.
 
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Ich fuhr die 10 Kilometer bei absoluter Dunkelheit zurück zur Hauptstrasse und verliess den Park auf dem Weg den ich gekommen war. Da es zu dunkel war um in der bewaldeten Gegend einen versteckten Lagerplatz zu finden, fragte ich den Dorfältesten, den Häuptling des Stammes in einem kleinen Dorf, ob ich mein Zelt neben seiner Lehmhütte aufbauen dürfe. Als Dank für seine Erlaubnis bekam er von mir bei Sonnenaufgang eine Mütze geschenkt. Dann folgte ich der Hauptstrasse durch den Mikumi Nationalpark.
 
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Schon am Gate begrüssten mich zahlreiche Affen, die sorglos auf der Strasse spielten. Auch heute sah ich wieder viele Giraffen, Zebras, Impalas, Wasserbüffel und sogar Elefanten. Um Tiere zu sehen ist eine Fahrt in den Park also gar nicht notwendig.
Hinter Iringa schlug ich mein Zelt bei Einbruch der Dunkelheit versteckt in einem dichten Wald auf. Von der Existenz des Waldes hatten mir zwei Radfahrer aus den USA berichtet, die mir entgegen kamen.
Die Ausreise aus Tansania und die Einreise nach Malawi am nächsten Tag waren kostenlos und dauerten weniger als 5 Minuten. Die zahlreichen aufdringlichen Geldwechsler ignorierte ich, wie sich später herausstellte, zurecht.
 
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Als ich Avishai im Camp Butterfly am Malawisee wieder traf, erzählte er mir, wie er an der Grenze Geld wechseln wollte, da ihm ein guter Kurs angeboten wurde. Nachdem er sein Geld erhalten und nachgezählt hatte gab er dem Drücker den vereinbarten Betrag. Plötzlich wollte dieser mehr Geld und nannte einen viel schlechteren Kurs. Avishai gab ihm sein Geld zurück und der Typ rannte davon. Als Avishai, der mit all seinem Gepäck an der Grenze stand, sein eigenes Geld nachzählte, fehlte ein Grossteil davon. Der Drücker hatte es unbemerkt verschwinden lassen.
 
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Tipp: Wer trotz der gebürenfreihen Einreise Geld an der Grenze wechseln möchte um beispielsweise eine Versicherung abzuschliessen, sollte das Büro auf der malawischen Seite nutzen. Die ersten Geldautomaten gibt es in Karonga.
Im steilen und daher nicht für Autos geeigneten Camp Butterfly verbrachten wir einige schöne Tage am See. Im nahe gelegenen Dorf verpflegten wir uns köstlich. Ich schnorchelte, während Avishai sich im Kanu fahren übte. Selbiges hatte ich bereits einige Tage vorher versucht, als ich in der Nähe von Karonga in einem kleinen Fischerdorf direkt am See unter den neugierigen Augen der vielen Kinder der Nachbarschaft zeltete. Die Fischer dort behandelten mich sehr freundlich und voller Respekt.
 
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Claudio und Ruth waren die ersten Motorradfahrer, die ich auf meiner Rundreise traf. Er mit seiner Afrika Twin und sie ebenfalls mit einer Transalp waren auf dem Weg Richtung Norden. Wir tauschten Erfahrungen und GPS Koordinaten aus, bevor ich am Chitimba Strip vorbeifuhr.
Da es nachts stark geregnet hatte, waren einige Flüsse über die Ufer getreten. An einer solchen Stelle warteten Kinder und wiesen mir lachend den Weg, den ich fahren sollte. Ich war jedoch bereits lange genug in Afrika unterwegs um ihnen nicht zu trauen. Das Wasser an der besagten Stelle war viel ruhiger als überall sonst.
 
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Mit einer ein Meter langen Maisstaude prüfte ich die Tiefe, konnte aber den Grund nicht erreichen. wäre ich dort hinein gefahren, hätte der Motor Wasser gezogen und die Motorradtour wäre zu Ende gewesen. So aber suchte ich mir eine flache Stelle und erreichte trotz starker Strömung mit dem Motorrad unversehrt das andere Ufer.
Als ich an einer schönen Stelle anhielt um meine Kette zu ölen, lud mich der Sohn einer grossen einheimischen Familie zum Zelten auf ihrem Grundstück ein (GPS S12°08'18.5" E034°02'08.7"). Ich wurde bestens mit Nsima, gegrillten Maiskörnern und frisch gebackenem Brot verpflegt. Bei der Abreise in Richtung Cool Runnings auf Senga Bay freuten sich alle sehr über das Moskitonetz, das ich ihnen schenkte.
Im Camp Cool Runnings, das schon von weitem mit einem gelben Smiley ausgezeichnet ist, gab es einen gut gefüllten Book swap, ein Regal mit Büchern, von denen man sich eines im Tausch gegen ein anderes mitnehmen darf. Auf diese Weise hat man auch ohne viel Gepäck immer etwas Neues zu lesen (GPS S13°43'50.6" E034°37'08.3").
 
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Hier lernte ich zwei Hebammen aus den USA kennen, die in einem Krankenhaus bei Mzuzu ein mehrmonatiges Praktikum absolviert haben. Sie berichteten mir von den schlechten Verhältnissen in der Klinik. Trotzdem reisen Frauen sogar aus Sambia an, um in dieser vergleichsweise guten Einrichtung ihr Kind zur Welt zu bringen. Erschreckend ist die Tatsache, dass dort jede dritte Frau bereits bei ihrer ersten Entbindung HIV positiv war siehe auch 3Sat Nano vom 28.11.2014. Ansonsten liegt die AIDS Rate in Kenia zwischen 34% (3Sat) und 70% (SternTV), obwohl es die Medikamente kostenlos gibt. Die Krankheit verbreitet sich so schnell, da Frauen beim Tod ihres Mannes an seinen Bruder weiter vererbt werden.
 
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Nach Monkey Bay fuhr ich auf einer neuen Asphaltstrasse ab GPS S14°25'44.1" E034°35'52.4", obwohl die Beschilderung auf eine sehr schlechte Schotterstrecke verweist. Ab Monkey Bay führen 20 Kilometer Wellblechpiste nach Cape Maclear.
Ich schlug mein Zelt im Camp Fat Monkey auf, nachdem ich Familie Roberts, die super freundlichen, neuen Besitzer kennengelernt hatte (GPS S14°01'25.7" E034°50'29.5") fatmonkey@africa-online.net). Hier liess ich meine schwarze Kiste mit den Reservespritkanistern zurueck, da ich sie nun nicht mehr brauchte.
 
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Nachdem ich später 1,9 km zur vorgelagerten Insel Lissard Island und wieder zurück geschwommen war, war ich recht hungrig. Ich kochte Nudeln mit Thunfisch als Petra ankam. Petra leitet das Projekt www.stonesforlife.net in Luchenza und ist die gut 300 Kilometer im Minibus eingepfercht zwischen 22 Leuten angereist. Spontan lud ich sie zum Essen ein. In Gesellschaft schmeckt es einfach besser.
 
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Auf einem Spaziergang ins nahe gelegene Dorf am naechsten Tag wurde ich von zwei Hunden angefallen. Die beiden Köter kamen ganz plötzlich laut kläffend aus einer Lehmhütte gerannt. Da ich, wie die meisten hier, nur Flip Flops und keine vernünftigen Schuhe an hatte, konnte ich mich kaum wehren. während der eine an meiner Hose zerrte, biss mich der andere in die Wade, bis ihn sein Besitzer, der gemütlich vor seinem Haus saß, endlich zurück pfiff. Zum Glück war die Wunde nicht tief und verheilte gut desinfiziert ohne weitere Spätfolgen.
 
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Bei Einbruch der Dunkelheit kam Familie Mann aus Deutschland mit ihrem hochgelegten, geländegängigen Iveco an. Nach einem tollen Frühstück am nächsten Morgen mit selbst in der Pfanne gebackenen Brötchen und frischen Erdbeeren, zeigten sie uns Bilder ihrer abenteuerlichen Reise entlang der Westküste mit vielen Wasserdurchfahrten: www.five-in-a-box.de.
Bei der kleinen Fabrik "Toys are us", die kurz vor Cape Maclear nicht nur Bagger und Strassenraupen mit beweglichen Gliedern sondern auch Land Rover und andere Fahrzeuge aus Holz herstellt, hatten sie sich ein Abbild ihres Wohnmobils anfertigen lassen.
Wir grillten, unternahmen eine gemeinsame Bootstour nach Otterspoint und planten unsere weitere Reise. Ich entschied mich zusammen mit Petra auf dem Motorrad nach Luchenza zu fahren und dort einige Tage zu bleiben. Weiter gehts auf der nächsten Seite.
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